Sonntag, 13. Juni 2010

TARANTULA (1955)

Nach unsichtbaren Dinosauriern widmen wir uns heute wie versprochen mal wieder dem Monster-Mainstream der 50er, sofern es diesen denn überhaupt gibt. Hier kommt sie also, die Mutter aller Riesenspinnen und sicherlich einer der Genreklassiker überhaupt: Tarantula!!!

Selbst Filmfreunde, die nichts mit klassischen Science-Fiction- oder Horrorfilmen am Hut haben, kennen zumindest diesen Film. Was aber macht Tarantula zu einem solchen Klassiker, der sogar noch Heute - 55 Jahre nach seiner Entstehung - regelmäßig in den Fernsehzeitungen auftaucht? Die Antwort ist relativ schwer zu finden denn die Methode der Special-Effects war selbst zur damaligen Zeit nicht neu, die Schauspieler, allen voran John Agar, eher brüchtigt für B-Movie-Trash und auch die Story bietet auch keine revolutionären Geistesblitze... Was aber ist es dann?

Bevor wir uns den Details zuwenden, also zunächst wie gehabt, ein kurzer Blick auf die Story... Diese beginnt im kleinen Wüstenkaff Desert Rock. Etwas abgelegen, führt ein Wissenschaftlerduo Wachstumsexperimente an Tieren durch mit dem noblen Ziel, die Nahrungsmittelknappheit auf dieser Erde endgültig zu beseitigen... Natürlich geht etwas schief und eine Tarantel kann in die Wüste entkommen. Selbstverständlich behandelt mit dem Wachstumspreparat. Was nun kommt ist klar: Tiere und Menschen verschwinden auf unerklärliche Art und Weise. Selbst der Dorfarzt weiß zunächst keinen Rat, macht sich aber mit der natürlich bildhübschen Assistentin des Wissenschaftlers auf, dem Rätsel auf den Grund zu gehen.

Mhhh... hört sich nicht sonderlich bahnbrechend an, es gibt jedoch einige Besonderheiten, die Tarantula durchaus bemerkenswert machen. Bereits während des Vorspanns erfährt der Zuschauer, dass etwas faul ist im Staate Kalifornien. Ein mit Schlafanzug bekleideter Mann bricht in der Wüste zusammen und ein Schwenk auf das entstellte Gesicht lässt erkennen, dass es ihm wohl nicht sonderlich gut geht. Bereits hier wendet sich Regisseur Jack Arnold vom altbekannten Muster ab. Nicht Kleinstadtidylle sondern Krankheit und Tod werden thematisiert bevor der erste Satz gesprochen wird...
Die Absichten der Wissenschaftler sind durchaus legitim und sind - wie man heute weiß - noch immer aktuell.

Die Story ist nicht so ganz schrecklich linear aufgebaut, wie es sonst für derlei Filme üblich war. immerhin lassen sich drei Erzählstränge erkennen. Zunächst die Arbeit und Zerrissenheit des "Mad Scientist" Dr. Deemer. Er hat das Wachstumsserum entwickelt und ist damit am Tod seines Kollegen zumindest indirekt schuld. Seine Lage spitzt sich zu, als er einen Selbstversuch unternimmt und damit Schritt für Schritt in Richtung Wahnsinn, Deformation und Tod stolpert. Der Zwite Handlungsstrang beschäftigt sich mit dem Arzt Dr. Hastings, der der Ursache der mysteriösen Todesfällen hinterherjagt. Beide Handlungsstränge werden recht geschickt mit dem Auftauchen der hübschen Gehilfin des Professors verknüpft. Mara Corday - immerhin Ex Pin up Girl - fungiert hier also als Scream-Queen, storytechnisches Element und nicht zuletzt natürlich auch als Hingucker. John Agar, der ja für quasi als Synonym für den 50er-jahre B-Film steht, ist hier sicherlich in seiner besten Rolle zu sehen. Hier scheint er richtiggehend aufzublühen und man nimmt ihm die Rolle als Arzt und Held durchaus ab. Evtl. war Agar einer der Schauspieler, die sich in Qualität der Ausübung ihres Berufes an die Qualität des Films anpassten. So wären dann zumindest viele seiner sonstigen Auftritte in anderen Filmen zu erklären....

Dritter und natürlich wichtigster Handlungsstrang windet sich selbstredent um die Riesentarantel und der Suche nach ihr bzw. der Aufklärung der durch die Riesenspinne verursachten Todesfälle. Nachdem nunmehr allen Beteiligten schlagartig klar wird, mit welchem Monster die Filmwelt diesmal konfrontiert wird, geht es hier allerdings Schlag auf Schlag und für meine begriffe etwas schnell. Nachdem der - sowieso so schon schwer erkrankte - Wissenschaftler ganz klischeehaft von seiner eigenen Kreation verschlungen wird, versucht man dem Monster zunächst mit Dynamit beizukommen. Dies misslingt allerdings und so muss die militärische Schalgkraft herhalten um der Riesenspinne die Lebensgeister auszuhauchen. Dieses schnelle, und kaum Spannung erzeugende, Ende ist sicherlich größtes Manko des Films. Es macht irgendwie den Eindruck, als ob hier plötzlich das Budget schneller als der Film zu Ende war....

Nächster Punkt sind die Special-Effects. Hier hat Altmeister Jack Arnold ganze Arbeit geleistet. Zwar ist das genutzte Verfahren auch damals keine Weltneuheit gewesen, die Perfektion mit der die Riesenspinne allerdings ins Bild kopiert wird, ist noch heute beeindruckend. Lediglich zwei kleine Patzer, bei denen ein Bein der Spinne in der Luft zu schweben scheint, fallen bei sehr genauem Hinsehen auf. Ansonsten hat das SFX-Team hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Wenn man sich hier mal andere - auf diese Weise erschaffene - Filmmonster ansieht, erkennt man schnell den Unterschied. Allen voran hat sich hier übrigens ein Regisseur namens Bert I. Gordon hervorgetan, dessen Filme hier sicherlich auch noch ab und an Thema werden. Gordon arbeitete in seinen Filmen fast ausschließlich mit Rückprojektionen, allerdings dermaßen schlecht umgesetzt, dass es eine Qual ist. Gordon war übrigens lange Zeit aktiv und drehte u. a. noch 1977 den Heuler "In der Gewalt der Riesenameisen". Wer nicht glaubt, dass Tarantula in allen belangen besser ist als z. B. dieser - immerhin 22 Jahre später entstandene - Film, dem sei ein Vergleich unbedingt empfohlen!
Ansonsten kommen lebensgroße Modelle der Körperteile der Spinne zum Einsatz, die aber lediglich in einer Szene verwendet werden. Hier blickt der Spinnenkopf durch das Fenster auf unsere ahnungslose Scream-Queen um anschließend das Haus und den Professor Deemer zu zerstören bzw. zu verspeisen. 

Was Rieseninsekten und Riesenmonster im allgemeinen angeht, ist Tarantula sicherlich einer der ganz großen Filmbeiträge. Hier stimmt vieles und wer ihn nicht kennt, der sollte sich ganz schnell ein Exemplar besorgen. Die Universal-DVD gibt´s günstig zu erwerben, wer das nicht möchte, kann aber alternativ auch die Augen offen halten, denn Tarantula läuft wie gesagt noch immer regelmäßig im Free-TV.

Erwähnenswert noch, dass Clint Eastwood hier seinen ersten, kurzen Auftritt als Pilot der Luftwaffe hatte. Leider ist er kaum zu erkennen, da er lediglich mit Visier zu sehen ist und selbst das nur für einige Sekunden.

Tja, soviel für heute. Sicherlich könnte man über diesen Film noch viel, viel mehr berichten. Das würde allerdings die Grenzen des Blogs sprengen.




Ich vergebe 4,5 von 5 Punkten

Dienstag, 8. Juni 2010

SOUND OF HORROR (1964)

OK erstmal tief durchatmen! Der Film der mir heute vor die imaginäre (lol) Flinte gekommen ist stammt aus dem Jahr 1964. Das ist insofern verwunderlich als er in Sachen Produktionskosten sicherlich mit Extrembeispielen á la "Robot Monster" mithalten kann.... Aber bevor jetzt einige gar nicht erst weiter lesen sei gesagt, dass "Sound of Horror" es schafft aus der Not eine Tugend zu machen und zeitweise tatsächlich überzeugen kann.....

Fangen wir aber vorne an und widmen uns zunächst der Story. Wir befinden uns auf einer wohl griechischen Insel irgendwo im Niemandsland. Eine kleine Gruppe (5 Männer und 3 Frauen) wohnen in einem einsamen und verlassenen Häuschen am Fuße eines Berges. Seit Jahren sind sie auf der Suche einem mythologischen Schatz zu dessen Versteck eine Karte führt in dessen Besitz sie wohl bereits vor langer Zeit zufällig kamen. So graben und sprengen sich die Männer durch den Berg, immer in der Hoffnung, dem Schatz ein wenig näher zu kommen. Gefunden wird so einiges. Zunächst ein seltsamer Stein, dem allerdings keine große Bedeutung beigemessen wird, dann ein im Fels eingeschlossener Sarkophag inklusive Mumie. Diese Funde befriedigen zwar nicht die Bedürfnisse der Schatzsucher, nähren allerdings die Ahnungen des Hausmädchens. Die weiß natürlich schon immer, dass es hier spukt und überhaupt alles verflucht ist... Mir drängt sich die Frage auf, was um Himmels Willen die arme Frau dazu bringt hier freiwillig das Hausmädchen zu spielen....Nunja...

Als einer Männer alleine in der Höhle ist um die Mumie zu untersuchen, wird er von einem augenscheinlich (lol) unsichtbaren Etwas angegriffen und getötet. Die Männer finden ihren Kumpel und sind natürlich erstmal etwas erschrocken. Dieses Gefühl verstärkt sich noch als sie erstmals eine Mischung von Gebrüll und Geschrei vernehmen. Das Geräusch scheint sie zu verfolgen obgleich nichts zu sehen ist. Man berät sich also zunächst im Haus wie weiter zu verfahren ist, aber - man ahnt es - es dauert nicht lange bis es die nächsten Opfer zu beklagen gibt.

Verschanzt im Haus realisiert man langsam aber sicher, dass man es hier mit einem unsichtbaren Tier zu tun hat. Als sich dann auch noch der anfangs erwähnte Stein als Ei entpuppt und hier etwas zu schlüpfen versucht, ist vollends klar, dass man mit einem unsichtbaren Dinosaurier das Vergnügen hat. Was auch sonst? Was auch sonst?

Ein Fluchtversuch scheitert, jedoch nimmt einer der Überlebenden sein Herz in die Hand und besucht mit reichlich Sprengstoff in der Tasche nochmals die Höhle. Die Absichten sind weniger nobel, denn er wittert natürlich den Schatz und will ihn für sich alleine. (So zumindest meine Vermutung, die Textpassage konnte ich nicht wirklich verstehen). Weil aber Alleingänge auch schon in alten Horrorfilmen meist schief gehen, kommt das Ende schnell. Vom Dino bereits verletzt kann unser Held noch eben den Sprengstoff zünden und fliegt samt Dino und Höhleneingang in die Luft.... Traurig aber erleichtert machen sich also unsere Freunde auf ins Haus, aber oh Wunder, es stellt sich heraus, dass unser Dino noch putzmunter ist..... Und nicht nur das, er ist sogar im Haus und die Gruppe muss sich in einem Zimmer verschanzen. Dermaßen in die enge getrieben, bleibt nur eins: Gegenangriff.

mehr will ich zur Story nicht wirklich verlieren, denn der Film lebt von seinen Wendungen, und davon gibt es noch mehr...

Hört sich alles etwas wirr und seltsam an, funktioniert allerdings über weite Strecken richtig gut. Vor allem die zweite Hälfte des Films schafft es, eine düstere Atmosphäre aufzubauen und Spannung zu erzeugen. Vor allem wenn sich der Dinosaurier im Haus befindet. Sicherlich hat der Streifen einige, nicht weg zu diskutierende, Längen, die aus heutiger Sicht völlig unnötig sind. Viele Dialogszenen hätte man entweder extrem verkürzen oder gar ganz weglassen können. Dem Filmgenuss hätte es nicht geschadet, schließlich dauert der Film mit 91 Minuten ungewöhnlich lange für derlei Werke.

Ansonsten fallen erstaunlich wenig Filmfehler und Ungereimtheiten auf (Wenn man davon absieht, dass man von einem unsichtbaren Dinosaurier angegriffen wird) Da ist man bei den spanischen Filmemachern durchaus sorgsamer umgegangen als das bei vergleichbaren US-Produktionen der Fall ist. Mir gibt lediglich zu denken, wieso der Jeep beim zweiten Fluchtversuch sofort anspringt, während genau dieses Fahrzeug der Grund für das Scheitern des ersten Fluchtversuches war... Das passt nicht.
Natürlich ist uns allen klar, dass der Grund für die "Invisibiltät" des Monsters das wahrscheinlich fehlende Budget ist. Dafür aber - und das meine ich wirklich ernst - hat man es wirklich geschafft einen Horrorfilm zu drehen der eine eigene Atmosphäre kreirt und nicht zuletzt mit Spannung zu unterhalten weiß. Außerdem sind die Kampf- und Tötungszenen für die Zeit relativ heftig in Ihrer Darstellung. Well done!

Special Effects kommen natürlich nur in sehr begrenzter Anzahl zum Einsatz. Ab und an kann man einen wirklich sehr kurzen - nur angedeuteten - Blick auf das Monster erhaschen. Dieser wird mittels ins Bild kopierter, halb durchsichtiger Bilder erzeugt. Wäre nicht nötig gewesen, stört aber auch nicht..... ansonsten gibts einige Fußabdrücke und zwei - im unsichtbaren Leib steckende - Äxte. Lediglich in der Schlusssequenz wird  Form und Gestalt nochmals angedeutet. Hierzu will ich aber nichts sagen, denn die Inhaltsangabe war sowieso schon sehr detailliert und ich will nicht auch noch das Ende vorweg nehmen. 

Noch kurz ein Wort zu den Schauspielern: Die Damen und ein Herr agieren auffällig hölzern und nicht sehr motiviert. Der Rest ist unauffällig. Normalerweise fällt an dieser Stelle immer der Satz: "Der Film ist auf das Monster zugeschnitten" oder so ähnlich. Tja, den Satz gibts hier nicht. Is klar! Nein im Ernst, schauspielerisch ists in Ordnung.

Tja Fazit: Zehn Jahre früher und ich hätte dem Film wirklich eine super Note verpasst. Für 1964 allerdings hätte man doch ein wenig mehr erwarten können was Ausstattung und Qualität im Allgemeinen betrifft. Einige Längen hätte man sich auch sparen können, so z. B. diese dämlich wirkenden Tanzszenen zu Beginn. Tstststs, "Cat-Woman on the moon a greek island" würde passen.....
Nunja, insgesamt funktioniert der Film trotzdem überraschend gut und dem Monsterfreund kann er mit gutem Gewissen empfohlen werden. Für Komplettisten ist er sowieso ein Muss und alle anderen lassen besser die Finger weg. 

Wer übrigens jetzt Lust bekommen hat, sich den Film mal anzusehen, der kann das völlig kostenlos bei http://www.archive.org/ tun. Hier gibts dieses kleine, feine Filmchen zum download in wirklich ordentlicher Qualität! 

Soviel für heute, ich hoffe es hat Euch ein wenig Freude bereitet! Der nächste Film wird wieder etwas bekannter.... Keine unsichtbaren Dinos mehr! Versprochen!!!
Ich vergebe 3 von 5 Sternen


Sonntag, 6. Juni 2010

THE DEADLY MANTIS (1957)

An now for something completely different...
Naja nicht ganz natürlich, aber immerhin wenden wir uns diesmal der Gefahr durch Aliens einmal komplett ab und bleiben ganz bodenständig auf der Erde! und zwar mit dem Creature-Feature "THE DEADLY MANTIS" aus dem Jahr 1957. 

"Mantis" folgt ganz klar den vorhergegangenen Erfolgen des Genres "Tarantula" und "Them!" (Formicula), jedoch ohne die "großen Brüder" allzu offensichtlich zu kopieren. Leider ist diese kleine Filmperle meines Wissens nach nie im deutschen TV gelaufen, auch von sonstigen Auswertungen ist mir hier nichts bekannt. So bleibt dem Filmfreund auch hier leider nur der Import.... Der lohnt sich allerdings! Soviel sei schonmal gesagt!


Die Story ist halbwegs schnell erzählt: Aufgrund vulkanischer Aktivität taut am Nordpol eine im Eis eingeschlossene Gottesanbeterin auf. Zum Leidwesen der Besatzung einer gerade eingerichteten Radarstation handelt es sich jedoch nicht um ein normales Insekt, sondern um ein - wahrscheinlich prähisorisches - Riesenexemplar. Natürlich gibt es jede Mange Verluste unter den stationierten Soldaten. Sogar ein Flugzeug muss dran glauben. Die Behörden tappen zunächst im Dunkeln und selbst der Fund einer Klaue des Untiers bringt die Lösung noch immer nicht ans Licht. Ein Paleontologe samt hübscher Begleitung wird eingschaltet um in Erfahrung zu bringen was der Zuschauer längst weiß.... Man befindet sich bereits auf der richtigen Spur als das Untier die Polarstation angreift und keine Zweifel mehr lässt, mit was man sich diesmal rumzuschlagen hat. In der Folge wird der Weg gen Süden der übergroßen Protagonistin verfolgt bis Wissenschaft und Militär dem Monster schließlich in Manhattan Auge in Auge gegenüber stehen....

Mit "The Deadly Mantis" gelang dem Produktionsteam ein überraschend stimmiger Monsterfilm der fast auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Lediglich der zu Beginn der Films etwas arg patriotisch klingende Kommentator aus dem Off und die damit verbundenen Stockfootage-Aufnahmen trüben das Gesamtbild ein wenig. Zwar kommen auch im weiteren Verlauf des Films - vor allem während der Verfolgung des Monsters bis nach Manhattan - immer mal wieder ganz offensichtlich ausgeliehende Militäraufnahmen zu Einsatz, diese fügen sich jedoch gut ein und fallen nicht sonderlich auf. Lediglich die etwas zu langatmig geratenen Funkgespräche zur Positionsverfolgung des Rieseninsekts lassen kurzzeitig etwas Eintönigkeit aufkommen.

Im Gegensatz zu anderen big-bug Movies kommen hier diverse Techniken zur Animierung des Monsters zum Einsatz. Die klassichen und überaus gelungenen Modelle des Tiers in Verbindung mit Minitaurlandschaften können sich wahrlich sehen lassen. Teilweise wird auch mit Rückprojektionen des Modells und (wenn ich das richtig gesehen habe) sogar einmal mit einer echten, ins Bild kopierten, Gottesanbeterin gearbeitet. Lediglich die Flugszenen wirken etwas hölzern. 

Die Story wird geradeaus erzählt und die 79 Minuten vergehen recht schnell. Leider kommt auch "The Deadly Mantis" nicht ohne obligatorische Romanze zwischen Scream-Queen und Held aus und teilweise erscheint der an den Tag gelegte Patriotismus schon grenzwertig, wobei ich mir da kein Urteil erlauben will. Im Vergleich zu anderen Produktionen aus der Zeit fällt das allerdings schon sehr auf.... Man müsste sich mal die Mühe machen und die Hintergründe - falls vorhanden - zu recherchieren...

Alles in Allem gefällt "The Deadly Mantis" überraschend gut. Im Vergleich zu Tarantula und Them! fällt er zwar etwas ab, was für den Monsterfreund allerdings nicht weiter ins Gewicht fällt. Um mit diesen Genreperlen gleich ziehen zu können, fehlt es der Story etwas an Tiefgang und dem Monster etwas an "Persönlichkeit". Die Identität des Monsters ist dem Zuschauer ja bereits durch den Titel des Films und einen Blick auf das Monster im Eis bekannt bevor der erste Mensch überhaupt dran glauben muss. So kommt die Rätselraterei der Wissenschaftler nicht mehr ganz so aufregend daher wie z.B. in Them!
Guten Gewissens kann man "The Deadly Mantis" jedem empfehelen, der für Monster und klassische Science-Fiction etwas übrig hat. Also hier ebenfalls Daumen hoch!!!

4 von 5 Punkten

Freitag, 4. Juni 2010

IT! TERROR FROM BEYOND SPACE (1958)


Heute betrachten wir uns mit dem 58er Horror/Sci-Fi-Streifen "IT!" einen Streifen der etwas bekannteren Sorte. Nicht zuletzt da ihm nachgesagt wird, Pate für Ridley Scotts "Alien" gestanden zu haben. Sicherlich ist die Story bis auf Kleinigkeiten vergleichbar, trotzdem möchte ich Ridley Scott Glauben schenken, wenn er behauptet, den Film nicht gesehen zu haben. Spielt auch im Endeffekt keine Rolle denn wir wollen uns ja dem Werk von 1958 widmen...
Wie gehabt zunächst einige Worte zur Story, natürlich ohne zu viel oder gar das Ende zu verraten... Also keine Spoilergefahr!
Die Amerikaner haben eine erste, bemannte Marsmission gestartet. Leider scheint auf dem roten Nachbarn etwas Unvorhergesehenes passiert zu sein, denn der Funkkontakt ist abgebrochen. Also - klar - wird eine zweite Rakete inkl. Crew losgeschickt um die Sache aufzuklären...
Soviel erfahren wir von einem Regierungssprecher der vor versammelter Presse die "Breaking News" verkündet. Weiter gehts auf dem Mars. Hier ist die zweite Rakete mittlerweile angekommen und hat den einzigen Überlebenden der Ursprungsmission aufgenommen. Also nix wie nach Hause, was sollen wir auch noch hier? Natürlich ist man zunächst etwas skeptisch gegenüber dem Geretteten, schließlich weisen einige Indizien darauf hin, dass er der Mörder seiner Missionskollegen sein könnte.... Dieser Verdacht wird allerdings sehr schnell ausgeräumt da man anscheinend einen blinden Passagier an Bord hat, der beginnt die Besatzung zu dezimieren.

Die Story an sich wird geradlinig und ohne viel Schnickschnack erzählt. So werden die ca. 69 Minuten auch gut gefüllt, ohne dass Langeweile aufkommt. Etwas schade ist, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, den ersten Part der Story auf dem Mars auf Tape zu bannen. Die Erzählungen des Überlebenden lassen hier durchaus etwas Spielraum für mehr. Das wäre interessant gewesen... So allerdings beschränken sich die Schauplätze des gesamten Films auf derer drei an der Zahl. (Raumschiff, Mars und Büro des Pressesprechers)
Hat man sich bei Ausstattung der Rakete wirklich Mühe gegeben, so ähnelt das Büro des Pressesprechers eher einem Wohnzimmer. Die Marslandschaft wird sowieso nur kurz gezeigt. Bewegte Bilder gibt es hier gar nicht. Hört sich zunächst nicht so gut an, tut dem Filmvergnügen allerdings keinen Abbruch, denn der Hauptschauplatz des Films - das Raketeninnere - kommt stimmig und passend daher. Es handelt sich um eine klassische Rakete, wie wir sie aus unzähligen anderen Sci-Fi Adaptionen kennen. Die Konstruktion der Rakete spielt hier natürlich eine besondere Rolle, da sich das Monster quasi von unten nach oben "durcharbeitet".

Wo wir auch schon beim Hauptakteur wären. Das Monster. Irgendwie erinnert es mich doch sehr an ein anderes Filmmonster jener Zeit, dieses war allerdings im Wasser beheimatet.... Ein Schelm wer Böses denkt... Der Monsteranzug tut seinen Zweck, allerdings wirken die Bewegungsabläufe des Monsters ab und an sehr menschlich... Da ist noch ein wenig Platz nach oben, was allerdings auch nicht sonderlich ins Gewicht fällt.

Oh brother where are you?

Die Schauspielerriege agiert sehr solide. Nicht herausragend aber solide!

Nun, das ganze hört sich irgendwie sehr mittelmäßig an. Und ich muss ehrlich gesagt auch zugeben, dass ich "IT!" weniger stark einschätze als viele andere dies anscheinend tun. Sicherlich handelt es sich hier um ein grundsolides Werk, dass sich hinter den meisten anderen Filmen dieser Zeit keinesfalls verstecken muss, aber wirklich vom Hocker gerissen hat er mich auch nach dem zweiten mal Ansehen nicht. Evtl liegt dies ja sogar an seiner sehr soliden Machart begründet?!?! Wo andere Filme des Genres hier und da so große Schwächen aufweisen, dass es schon wieder amüsant und interessant ist, wird hier einfach solide Filmkunst abgeliefert. Dies allerdings ohne überraschend oder innovativ zu sein....


Kommen wir noch kurz zu den charmanten, kleinen Unzulänglichkeiten, die trotz solider Machart noch immer zu finden sind: Die Crew beinhaltet zwei weibliche Mitglieder. Eine anscheinend um die unverzichtbare Romanze abzuhandeln und eine um der Mannschaft Frühstück und Kaffee zu servieren, übrigens auf waschechtem Fühstücksporzellan. Geraucht wird natürlich auch im kompletten Raumschiff - auch hier Standard für Filme aus dieser Zeit.

Etwas schlicht das Ende des Films. Hätte einem diese Lösung nicht viel früher einfallen können? Ich meine schon! Nun gut, viel mehr fällt mir hierzu nicht ein... Oder? Doch Moment, da war noch was: Die Frage, wieso das Monster eigentlich die Reise mitmacht, wie es an Bord gelangt ist und wieso eine Marsmission bewaffnet ist bis an die Zähne zum Nachbarplaneten aufbricht. Da wird in Holzkisten(!!!) ein ganzes Arsenal an Handgranaten, Pistolen, Gewehren und sogar eine Panzerfaust mitgeschleppt. Selbstverständlich wird auch alles nacheinander genutzt - im Raumschiff versteht sich! Und das, wo wir doch alle wissen, dass in Raumfahrzeugen keinesfalls Handfeuerwaffen benutzt werden dürfen....

Na gut, jetzt reichts aber wirklich denn wer den Film nicht kennt, der könnte einen allzu negativen und damit absolut falschen Eindruck erlangen. "IT!" ist ein solider, durchaus stimmiger Horror- und Sci-Fi Streifen, den man sich als Freund des Genres ohne Zweifel ansehen sollte. Ob nun Vorreiter für "Alien" oder nicht, die Story passt und die Atmosphäre wird gut aufgebaut und bleibt über die gesamt Spielzeit erhalten. Große Hänger sind nicht festzustellen und der Film kommt aus ohne Stockfootage oder Erzähler aus dem Off. Daumen hoch!!!

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen!